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Zentrale Befunde

Ehrenamtliche (d.h. weitgehend unentgeltliche und freiwillige) Arbeit ist die zentrale Ressource der Schweizer Sportvereine. Wie die folgende Tabelle zeigt, sorgen in den Sportvereinen gegenwärtig über 330'000 Ehrenamtliche für ein vielfältiges und günstiges Sportangebot. Dazu kommen rund 15'500 zumindest teilweise entschädigte oder bezahlte Mitarbeitende.

Der Zeitaufwand für eine ehrenamtliche Tätigkeit liegt bei durchschnittlich 11 Stunden pro Monat bzw. etwa 2.5 Stunden pro Woche. Müssten die ehrenamtlichen Leistungen im Schweizer Vereins­sport kommerziell erbracht werden, so würden dafür knapp 23'000 Vollzeitstellen mit einem Markt­wert von etwa zwei Milliarden Franken benötigt. Die bezahlten Mitarbeitenden verrichten eine Arbeitsleistung im Umfang von rund 4'400 Vollzeitäquivalenten mit einem Marktwert von etwa 380 Mio. Franken. Die Gegenüberstellung unterstreicht die grosse Bedeutung des Ehrenamts für die Vereinsarbeit.

Zwischen 1996 und 2010 zeichnete sich eine Tendenz zu einer stärkeren Professionalisierung im Schweizer Vereinssport ab: Das ehrenamtliche Engagement ging in dieser Zeitspanne deutlich zurück, während die bezahlte Arbeit in den Vereinen zunahm. Diese Entwicklung hin zur Professionalisierung der Vereinsarbeit hat sich zwischen 2010 und 2016 nicht fortgesetzt.

Weitere Informationen zum Indikator finden sich in einem PDF-Dokument.

Quellen und Literatur

Datenquellen:

  • Lamprecht, Markus, Rahel Bürgi, Angela Gebert und Hanspeter Stamm (2017): Sportvereine in der Schweiz. Magglingen: Bundesamt für Sport BASPO.

Weiterführende Literatur:

  • Stamm, Hanspeter und Markus Lamprecht (1998): Sportvereine in der Schweiz. Probleme – Fakten – Perspektiven. Chur: Rüegger.
  • Lamprecht, Markus, Adrian Fischer und Hanspeter Stamm (2011): Sportvereine in der Schweiz. Magglingen: Bundesamt für Sport BASPO.
  • Lamprecht, Markus, Adrian Fischer und Hans­peter Stamm (2012): Die Schweizer Sportvereine. Strukturen, Leistungen, Herausforderungen. Zürich: Seismo.
Definitionen

In der Vereinsbefragung von 1996 konnten anhand einer repräsentativen Stichprobe von 1481 Vereinen die wich­tigsten Kennziffern zum Ausmass der ehrenamtlichen Arbeit ermittelt werden. Die Vereinsstudie des Sportobservatori­ums aus dem Jahr 2010 basiert auf einer Onlinebefra­gung von 6221 Vereinen. 2016 wurden die Verantwort­lichen von 5335 Vereinen online befragt.

In der Tabelle werden die folgenden Definitionen verwendet:

  • Ehrenamtlich bzw. unentgeltlich: Mitarbeitende, die keine Aufwandsentschädigung oder eine Aufwandsentschädigung bis maximal CHF 2000.- im Jahr enthalten.
  • Entschädigt bzw. bezahlt: Mitarbeitende mit einer Aufwandsentschädigung von über CHF 2000.- pro Jahr.
  • Geschätzter Gesamtwert: Die Hochrechnung beruht auf einer Jahresarbeitszeit von 1900 Std. und einem Stundenlohn von CHF 45.- (2010: CHF 43.-, 1996: CHF 39.-).
Weitere Befunde

Weitere Informationen sind in einem gesonderten PDF-Dokument verfügbar.

Die zusätzlichen Analysen zeigen unter anderem:

  • Ein Schweizer Sportverein hat im Durchschnitt 18 ehrenamtliche Stellen zu besetzen. 2010 lag der Bedarf noch bei 14 Ehrenamtlichen pro Verein. Da die Vereine zwischen 2010 und 2016 nicht gewachsen sind, ist davon auszu­gehen, dass inzwischen häufiger mehrere Personen eine Stelle besetzen.
  • Besonders häufig werden Jugend- und Trai­ningsleiter gebraucht, deren Arbeits­aufwand mit monatlich 16 bis 18 Stunden überdurch­schnittlich hoch ist. Nur die Vereinsprä­sidenten absolvieren mit durch­schnittlich 16 Stunden pro Monat ein ähn­liches Pensum.
  • Geschlechterunterschiede: Frauen besetzten knapp ein Drittel aller Ämter.
  • Die Rekrutierung und Bindung von Ehrenamt­lichen ist in vielen Vereinen mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Für eine Mehrheit der Vereine erweist sich die Gewinnung und Bindung von Trainern, Vor­standsmitglie­dern und Schiedsrichtern als mittleres bis sehr grosses Problem.
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