Zentrale Befunde
Sportliche Aktivitäten können in Form von Unfällen und Verletzungen auch eine Kehrseite haben. Wie Abbildung A zeigt, verletzten sich im Jahr 2022 von den in der Schweiz wohnhaften Personen rund 449'000 bei Sportunfällen im In- und Ausland. 47 Prozent der verletzten Personen waren nach UVG versicherte Arbeitnehmer:innen. Nach einem witterungsbedingten hohen Wert im Jahr 2003 ist die Anzahl der Verletzten beim Sport in den beiden darauffolgenden Jahren leicht gesunken und anschliessend bis 2019 auf rund 445'000 Verletzte angestiegen. Die verschiedenen Einschränkungen der Sportausübung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie haben 2020 und 2021 zu einem deutlichen Rückgang der Verletzten geführt. 2022 liegt die Anzahl der Verletzten jedoch leicht höher als vor der Pandemie.
Zum Unfallgeschehen bei den Arbeitnehmenden (UVG-Segment) liegen bereits Zahlen für das Jahr 2023 vor. Im UVG-Segment liegt die Zahl der Verletzten 2023 auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr, aber ebenfalls etwas höher als noch vor der Pandemie.
Weitere Informationen zum Indikator finden sich in einem PDF-Dokument.
Datenquellen:
- Ellenberger, L., Niemann, S., Bürgi, F., Bächli, M.: Erhebung 2024. Tödliche Sportunfälle 2000–2023. Bern: BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung.
- Lamprecht, M., Bürgi, R., Stamm, H.P. (2020): Sport Schweiz 2020. Sportaktivität und Sportinteresse der Schweizer Bevölkerung. Magglingen: BASPO.
- Niemann, S., Achermann Stürmer, Y., Ellenberger, L., & Meier, D. (2025). Status 2025: Statistik der Nichtberufsunfälle und des Sicherheitsniveaus in der Schweiz. Bern: BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung.
- Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung UVG (SSUV).
Die Angaben zu den Sportunfällen basieren primär auf der Unfallstatistik UVG der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung UVG (SSUV). Die SSUV führt die Unfalldaten aller Versicherer zusammen und wertet sie aus. Gegen Freizeitunfälle sind nach UVG alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmenden mit einem wöchentlichen Erwerbsumfang von mindestens 8 Stunden sowie registrierte Stellensuchende versichert. Die Spezialstatistik der SSUV setzt sich aus allen Rentenfällen, allen Todesfällen, allen Fällen von Berufskrankheiten sowie aus zufällig ausgewählten 5 Prozent der übrigen Fälle zusammen.
Auf der Basis der Unfallstatistik UVG und unter Beizug weiterer Datenquellen nimmt die BFU eine Hochrechnung für die Gesamtbevölkerung vor, die namentlich auch Kinder, Nicht-Erwerbstätige, Selbständigerwerbende und Pensionierte enthält. Mit einer Bevölkerungsbefragung im Jahr 2011 konnte die Datenbasis für die Hochrechnung aktualisiert werden.
Mit Hilfe von Daten aus Sport Schweiz 2020 können die Unfallzahlen in Relation zu den Expositionszeiten gesetzt und damit Inzidenzraten für die verschiedenen Sportarten berechnet werden.
Die Statistik der tödlichen Sportunfälle wird von der BFU unter Beizug verschiedener Datenquellen erstellt.
Weitere Informationen sind in einem gesonderten PDF-Dokument verfügbar.
Die zusätzlichen Analysen zeigen unter anderem:
- Bezieht man die Unfallzahlen auf die Grösse der Gesamtbevölkerung so verletzen sich in der Schweiz aktuell jährlich rund 50 von 1000 Personen beim Sport. Diese Zahl hat sich - abgesehen vom deutlichen Rückgang in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie - in den vergangenen Jahren kaum verändert.
- Im Jahr 2022 entfiel die Hälfte aller Sportunfälle auf Ballspiele (insbesondere Fussball) und den Wintersport (insbesondere Skifahren).
- Gemessen an der effektiven Ausübung der Sportarten (Exposition) erweisen sich Eishockey, Fussball und Schlitteln/Bobfahren als die verletzungsträchtigsten Sportarten, wobei sich in diesen Sportarten relativ häufig auch Unfälle mit leichteren Verletzungsfolgen ereignen.
- Im Schnitt ereignen sich in der Schweiz pro Jahr 185 tödliche Unfälle beim Sport. Knapp ein Drittel der tödlichen Unfälle betrifft ausländische Touristen. Knapp die Hälfte der tödlichen Unfälle ereignet sich im Bergsport.