Zentrale Befunde
Aus der Abbildung geht hervor, dass in der Schweiz in den Jahren 1995 bis 2009 jährlich 1'500 bis gut 2'000 Dopingproben entnommen wurden. In den folgenden fünf Jahren stieg die Zahl der Kontrollen markant an. 2014 wurden über 4'000 Dopingproben genommen. Danach sank die Zahl wieder auf etwas über 3'000. Dass die Zahl der Kontrollen und Proben im Jahr 2020 deutlich zurückging, ist vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass aufgrund der Corona-Pandemie deutlich weniger Wettkämpfe durchgeführt wurden. Bereits im Jahr 2021 stieg die Zahl der Proben wieder auf über 3'600 und lag 2023 bei über 4'300. Bis zum Jahr 2024 hatte sich diese Zahl nur leicht auf etwas über 4200 Proben reduziert.Die Proben wurden in über 3'000 Kontrollen gesammelt. Das heisst: In einem erheblichen Teil der Kontrollen wurden sowohl Blut- als auch Urinproben genommen.
Wie der Abbildung zu entnehmen ist, erklärt sich ein Teil der Schwankungen durch den unterschiedlichen Anteil der durchgeführten Proben im Auftrag Dritter (z.B. Wettkampfveranstalter). In gewissen Jahren (2006–2008, 2014) macht der Anteil solcher Proben rund einen Viertel aller Proben aus. Insgesamt fällt jedoch auf, dass der Anteil der Proben im Auftrag Dritter über die Zeit an Bedeutung verloren hat und gegenwärtig nur noch rund ein Achtel des Totals ausmacht.
Der Anteil der Proben, die aus Kontrollen ausserhalb von Wettkämpfen stammen, erhöhte sich von 22 Prozent im Jahr 1995 deutlich auf aktuell knapp 70 Prozent.
Weitere Informationen zum Indikator finden sich in einem PDF-Dokument.
Datenquellen:
- Informationen auf der Website Swiss Sport Integrity, in den Jahresberichten 2004–2022 von Dopingbekämpfung Schweiz, Antidoping Schweiz bzw. Swiss Sport Integrity sowie zusätzliche Angaben, die uns von Swiss Sport Integrity zur Verfügung gestellt wurden.
Weiterführende Literatur:
- Stamm, Hanspeter, Rahel Bürgi und Markus Lamprecht (2020): Die Wahrnehmung der Dopingproblematik in der Schweizer Bevölkerung. Sonderstudie zu «Sport Schweiz 2020» im Auftrag von Antidoping Schweiz. Zürich: L&S.
Die Dopingbekämpfung und -prävention wurde in der Schweiz bis 2008 durch Swiss Olympic und das Bundesamt für Sport organisiert. Seit 2008 ist die unabhängige Stiftung «Antidoping Schweiz» und seit 2022 «Swiss Sport Integrity» dafür zuständig. Die Dopingbekämpfung beruht auf dem «Drei-Säulen-Konzept», das neben den Kontrollen auch die Prävention und Information sowie die Forschung umfasst.
Der vorliegende Indikator basiert auf der Anzahl entnommener Proben. Die Zahl der Proben weicht von der Zahl der eigentlichen Kontrollen ab, weil häufig mehr als eine Probe (z.B. Urin und venöses Blut) in ein und derselben Kontrolle entnommen wird.
Weitere Informationen sind in einem gesonderten PDF-Dokument verfügbar.
Die zusätzlichen Analysen zeigen unter anderem:
- 2024 fand über ein Viertel aller Kontrollen im Radsport statt (26%). 21 Prozent der Dopingkontrollen fanden in Mannschaftssportarten statt, wobei hier vor allem der Fussball und das Eishockey von Bedeutung waren. Jeweils fünf oder mehr Prozent aller Kontrollen entfielen zudem auf die Sportarten Leichtathletik, Skilanglauf, Schwimmen und alpiner Skisport.
- Zwischen 2015 und 2024 wurden im Durchschnitt pro Jahr 10 Verstösse gegen Antidopingbestimmungen geahndet.
- Resultate aus Bevölkerungsbefragungen zeigen, dass zwischen 1996 und 2019 immer knapp 90 oder mehr Prozent der Bevölkerung Doping als «sehr» oder «ziemlich» grosses Problem bezeichneten.