Zentrale Befunde
Aus der Abbildung geht hervor, dass in der Schweiz in den Jahren 1995 bis 2009 jährlich 1'500 bis gut 2'000 Dopingproben entnommen wurden. In den folgenden fünf Jahren stieg die Zahl der Kontrollen markant an. 2014 wurden über 4'000 Dopingproben genommen. Danach sank die Zahl wieder auf etwas über 3'000. Dass die Zahl der Kontrollen und Proben im Jahr 2020 deutlich zurückging, ist vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass aufgrund der Corona-Pandemie deutlich weniger Wettkämpfe durchgeführt wurden. Bereits im Jahr 2021 stieg die Zahl der Proben wieder auf über 3'600 und lag 2025 bei knapp 4'600. Die Proben wurden in rund 3'400 Kontrollen gesammelt. Das heisst: In einem erheblichen Teil der Kontrollen wurden sowohl Blut- als auch Urinproben genommen.
Wie der Abbildung zu entnehmen ist, erklärt sich ein Teil der Schwankungen durch den unterschiedlichen Anteil der durchgeführten Proben im Auftrag Dritter (z.B. Wettkampfveranstalter). In gewissen Jahren (2006–2008, 2014) macht der Anteil solcher Proben rund einen Viertel aller Proben aus. Auch im Jahr 2025 war dieser Anteil mir 21 Prozent vergleichsweise hoch.
Der Anteil der Proben, die aus Kontrollen ausserhalb von Wettkämpfen stammen, erhöhte sich von 22 Prozent im Jahr 1995 deutlich auf aktuell rund 65 Prozent.
Weitere Informationen zum Indikator finden sich in einem PDF-Dokument.
Datenquellen:
- Informationen auf der Website Swiss Sport Integrity, in den Jahresberichten 2004–2025 von Dopingbekämpfung Schweiz, Antidoping Schweiz bzw. Swiss Sport Integrity sowie zusätzliche Angaben, die uns von Swiss Sport Integrity zur Verfügung gestellt wurden.
Weiterführende Literatur:
- Stamm, Hanspeter, Rahel Bürgi und Markus Lamprecht (2020): Die Wahrnehmung der Dopingproblematik in der Schweizer Bevölkerung. Sonderstudie zu «Sport Schweiz 2020» im Auftrag von Antidoping Schweiz. Zürich: L&S.
Die Dopingbekämpfung und -prävention wurde in der Schweiz bis 2008 durch Swiss Olympic und das Bundesamt für Sport organisiert. Seit 2008 ist die unabhängige Stiftung «Antidoping Schweiz» und seit 2022 «Swiss Sport Integrity» dafür zuständig. Die Dopingbekämpfung beruht auf dem «Drei-Säulen-Konzept», das neben den Kontrollen auch die Prävention und Information sowie die Forschung umfasst.
Der vorliegende Indikator basiert auf der Anzahl entnommener Proben. Die Zahl der Proben weicht von der Zahl der eigentlichen Kontrollen ab, weil häufig mehr als eine Probe (z.B. Urin und venöses Blut) in ein und derselben Kontrolle entnommen wird.
Weitere Informationen sind in einem gesonderten PDF-Dokument verfügbar.
Die zusätzlichen Analysen zeigen unter anderem:
- 2025 fand über ein Fünftel aller Kontrollen im Radsport statt (22%). 21 Prozent der Dopingkontrollen fanden in Mannschaftssportarten statt, wobei hier vor allem der Fussball und das Eishockey von Bedeutung waren. Jeweils mehr als fünf Prozent aller Kontrollen entfielen zudem auf die Sportarten Leichtathletik, Kampfsportarten, alpiner Skisport und Schwimmen.
- Zwischen 2015 und 2025 wurden im Durchschnitt pro Jahr 12 Verstösse gegen Antidopingbestimmungen geahndet. Seit den späten 2010 Jahren steigt die Zahl der sanktionierten Verstösse an und betrug 2025 30.
- Resultate aus Bevölkerungsbefragungen zeigen, dass zwischen 1996 und 2019 immer knapp 90 oder mehr Prozent der Bevölkerung Doping als «sehr» oder «ziemlich» grosses Problem bezeichneten.