Menu

Zentrale Befunde

Der Sportunterricht ist an den Schweizer Schulen obligatorisch. Je nach Schulstufe umfasst das Obligatorium jedoch unterschiedliche Anzahlen von Lektionen pro Woche oder Jahr (vgl. Abschnitt "Definitionen" weiter unten).

Das Informations- und Dienstleistungszentrum IDES der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat für die Schuljahre 2014/15 und 2017/18 bei den Kantonen Befragungen zur Umsetzung des Schulsportobligatoriums auf verschiedenen Schulstufen durchgeführt.

Der Blick auf die folgende Abbildung zeigt zunächst, dass es zwischen den beiden Beobachtungszeitpunkten kaum Veränderungen gab. Auf der Primarstufe wird das Obligatorium von allen Kantonen und auf der Sekundarstufe I von einer grossen Mehrheit der Kantone eingehalten. In zwei Kantonen haben die Schüler der Sekundarstufe I zumindest teilweise pro Woche nur zwei Sportlektionen. In einigen Kantonen wird das Obligatorium auch bei den Fachmittelschulen  und bei den gymnasialen Maturitätsschulen nicht eingehalten. Für das Jahr 2017/18 gaben 13 Kantone an, dass das Obligatorium in den Berufsfachschulen nicht vollständig eingehalten werden könne.

Mit Blick auf die Maturitäts- und die Berufsfachschulen deuten die aktuellen Resultate somit darauf hin, dass die Umsetzung des Obligatoriums etwas schwieriger geworden ist. Weitere Resultate aus der Befragung lassen erkennen, dass der Mangel an Turnhallen der wichtigste Grund für Probleme bei der Umsetzung ist.

Weitere Informationen zum Indikator finden sich in einem PDF-Dokument.

Quellen und Literatur

Datenquelle:

  • Befragung der Kantone in den Schuljahren 2014/2015 und 2017/18 durch das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

Weiterführende Literatur:

  • Vgl. die Einträge und Links auf der Website des BASPO: https://www.baspo.admin.ch/de/sportfoerderung/sport-in-der-schule/obligatorischer-sportunterricht.html

  • Dubowicz, A.; Camerini, A.-L.; Ludolph, R.; Amann, J.; Schulz, P. J. (2013): Bewegung und Ernährung an Schweizer Schulen, Ergebnisse der zweiten Befragung von Schul­leitungspersonen in der Schweiz und im Fürstentum. Arbeitspapier 10, Bern und Lausanne: Gesundheitsförderung Schweiz.

  • Lamprecht, Markus, Adrian Fischer, Doris Wiegand und Hanspeter Stamm (2015): Sport Schweiz 2014. Kinder- und Jugendbericht. Magglingen: Bundesamt für Sport BASPO. Anlässlich von Sport Schweiz 2014 wurden 1525 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren befragt.

 

Definitionen

Seit 1987 ist das Sportunterrichts­obligatorium in der Verordnung über die Förderung von Turnen und Sport (Sportförderungsverordnung, SpoFöV) verankert.

Im neuen Sportförderungsgesetz von 2012 wurde das Obligatorium bestätigt und der Umfang wie folgt festgelegt:

  • Im obligatorisch zu besuchenden Kindergarten (bzw. in den ersten beiden Jahren der achtjährigen Primarstufe) sind Bewegung und Sport in den täglichen Unterricht zu integrieren, wobei auf eine nähere Spezifikation verzichtet wird.
  • Auf der Primarstufe und der Sekundarstufe I sind mindestens drei Lektionen Sport­unterricht pro Unterrichtswoche zu erteilen.
  • Auf der Sekundarstufe II (Gymnasien, Fachmittelschulen) umfasst das Obligatorium mindestens 110 Lektionen regelmässig über das Schuljahr verteilt.
  • Bei betrieblich organi­sierten Grundbildungen (Berufslehren) umfasst der Sportunterricht je nach jährlichem Umfang des allgemeinbil­denden und berufskundlichen Unterrichts (< 520 Lektionen bzw. ≥ 520 Lektionen) entweder min­destens 40 oder mindestens 80 Jahreslektionen. Für schulisch organisierte Grundbildungen sind ebenfalls mindestens 80 Jahreslektionen Sportunterricht vorgeschrieben.
Weitere Befunde

Weitere Informationen sind in einem gesonderten PDF-Dokument verfügbar.

Die zusätzlichen Analysen zeigen unter anderem:

  • Regionale Unterschiede: Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Schul­sportobligatorium ist in der Westschweiz weniger umfassend als in der Deutschschweiz.
  • Entwicklung über die Zeit: Da die Vorgaben zum Schulsportobligatorium 2012 geändert wurden, sind zuverlässige Aussagen über die Entwicklung im Zeitverlauf nicht möglich. Angaben aus früheren Befragungen bei den Kantonen deuten jedoch darauf hin, dass sich die Situation in den vergangenen rund 20 Jahren nicht grundlegend verändert hat.
  • Freiwilliger Schulsport: Einer Befragung aus dem Jahr 2012 (Dubowicz et al. 2013) und der Studie Sport Schweiz 2014 lässt sich entnehmen, dass über die Hälfte aller Schulen in der Schweiz über freiwillige Schulsportangebote verfügen, welche den obligatorischen Sportunterricht ergänzen.
Weitere Informationen
Zum Seitenanfang