Observatorium Sport und Bewegung Schweiz
Donnerstag, 23. Mai 2013

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Dokument mit Detailinformationen zu allen verfügbaren Indikatoren (PDF)

Allgemeine Beurteilung

Eine wichtige Aufgabe des Observatoriums besteht darin, nicht nur Daten bereitszustellen, sondern diese auch in einer Art und Weise zu interpretieren, die Aufschlüsse über die Zweckmässigkeit und den Erfolg der Sportpolitik und insbesondere der Umsetzungsmassnahmen des sportpolitischen Konzepts des Bundesrates ermöglichen.

Eine gesamthafte Beurteilung der verschiedenen Interventionsbereiche fällt jedoch aus drei Gründen schwer:

  1. Zu verschieden Massnahmen und Dimensionen liegen noch keine (zuverlässigen) Daten vor.
  2. Auf der Grundlage der hier dargestellten einfachen Indikatoren lassen sich nur allgemeine Trends erfassen. Eine "faire" Beurteilung setzt zusätzliche Informationen voraus, wie sie teilweise bereits im Gesamtbericht sowie den vorliegenden Vertiefungsstudien diskutiert werden.
  3. Seit dem Start der Umsetzungsmassnahmen zum sportpolitischen Konzept ist erst eine relativ kurze Zeit vergangen. Messbare Ergebnisse und grössere Veränderung sind in verschiedenen Bereichen jedoch erst mittelfristig zu erwarten.

Trotz dieser Probleme enthält die folgende Tabelle eine vorsichtige erste Gesamteinschätzung der Situation von Sport und Bewegung in der Schweiz und der aktuellen sportpolitischen Massnahmen. Aus der Übersicht geht hervor, dass die Schweizer Sportpolitik insgesamt "auf Kurs" ist. Es gibt zwar noch viel zu tun, doch eine Reihe vielversprechender Massnahmen wurden eingeleitet und dürften in Zukunft Früchte tragen. Im Rahmen der aktuellen "Umsetzungsmassnahmen 2007-2010" zum sportpolitischen Konzept werden diese Anstrengungen weiter vertieft und fokusiert.

 

Situationsbeurteilung: Sport und Sportpolitik in der Schweiz

Bereich

Einschätzung

1. Sport- und Bewegungs- förderung

Sport und Bewegung sind zentrale Aspekte einer umfassenden Gesundheitsförderung. Insgesamt befindet sich die Schweiz – nicht zuletzt dank einer Reihe konkreter Programme in den Bereichen Jugend- und Seniorensport sowie auf der Ebene der Gemeinden und Kantone – auf einem guten Weg zur Verankerung eines dem individuellen Leistungsvermögen angepassten körperlichen Aktivitätsniveaus in der Bevölkerung. Im aktualisierten sportpolitischen Konzept 2007-2010 werden zudem Kinder ab 5 Jahren als besonders wichtige Zielgruppe für Interventionen identifiziert.

2. Bildung und Forschung

Die Schweiz kennt ein gut ausgebautes System von Sportstudiengängen, Ausbildungsgängen und klare Regelungen zum Schulsport, die trotz einer Flexibilisierung in jüngerer Zeit nicht überall eingehalten werden. Ob J+S als zentrales Instrument für die Bewegungs- und Sportförderung und andere ausserschulische Organisationen in der Lage sind, der Gefahr einer Reduktion des Bewegungsniveaus bei den Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken, ist fraglich.

3. Spitzensport

Der Schweizer Spitzensport scheint sich gegenwärtig in einer „Übergangsphase“ zu befinden, in der mit einer Vielzahl von neuen Projekten Signale gesetzt werden. Die vorliegenden Daten erlauben zwar noch keine gesicherten Aussagen über die weitere Entwicklung, doch befindet sich insbesondere die Nachwuchsförderung auf einem vielversprechenden Weg. Die Anstrengungen zu einer besseren Verbindung von Spitzensport und Schule/ Berufslehre/ Beruf dürften in absehbarer Zeit positive Früchte tragen.

 

4. Fairer und sicherer Sport

Körperliche Aktivitäten sind zwar gesund, sie bergen aber auch gewisse Verletzungsrisiken. Die Verletzungshäufigkeit hat in den vergangenen Jahren ein leichte Zunahme verzeichnet, auf die verschiedene Organisationen mit Kampagnen und Massnahmen reagieren, die Wirkung zeigen (etwa beim Helmtragen). Auf der Seite des "fairen Sports" ist auf das gut ausgebaute System der Dopingbekämpfung und -prävention sowie die vielversprechenden Projekte zur Suchtprävention und zur Verankerung ethischer Grundlagen im Sport hinzuweisen.

5. Wirtschaft

Gemessen an geschätzten Gesamtausgaben von 10 bis 18 Mrd. Franken pro Jahr für den Sport nehmen sich die Ausgaben von BASPO und NASAK bescheiden aus. Die Bundesorganisationen und -projekte haben aber eine wichtige Lenkungs- und Koordinationsfunktion - nicht zuletzt auch bezüglich des Baus neuer und des Unterhalts bestehender Sportanlagen.

Die Kosten der Sportverletzungen und -unfälle muten auf den ersten Blick zwar erheblich an, doch müssen sie in Relation zu den positiven Auswirkungen körperlicher Aktivität, zur hohen Zahl von sportlich Aktiven Personen wie auch zur grossen Zahl der Sportveranstaltungen (rund 290'000 im Jahr 2005) in der Schweiz gesetzt werden.

6. Hinter- grundangaben

Private Organisationen gehören zu den zentralen Trägern von Sport und Bewegung in der Schweiz und dürften auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Die gute Verankerung des Vereinssports in der Schweiz dürfte auch zum guten Image des Sports hierzulande beitragen. Handlungsbedarf besteht jedoch bei der zusätzlichen Integration von Frauen in die Führungsstrukturen des Schweizer Sports.

7. Spezial- indikatoren

Im Bereich Sonderindikatoren sind verschiedene Angaben zur UEFA EURO 08 enthalten, die auf eine insgesamt positive Bilanz dieses Grossanlasses hindeuten.

 

 

Letzte Änderung:  2. April 2012

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